Tiergesundheit

Klein, aber oho!

Kaninchenrauhaardackel Parma steht auf einem Holzboden und wird auf einem zweiten Bild von Frauchen Tina im Arm gehalten.

Parma ist ein Kaninchen-Rauhaardackel, sechs Jahre alt und mit nur 3,4 Kilo auffallend klein. In Tinas Familie ist sie längst mehr als ein Haustier. Sie ist „Kind Nummer drei“. Im Interview erzählt Tina, wie Parma in ihr Leben kam, über ihren gemeinsamen Alltag zwischen Arbeit, Spiel und festen Routinen, aber auch über Gesundheit, Physiotherapie und Ernährung.

Liebe Tina, bitte stelle uns Parmi kurz vor.

Parma, Spitzname Parmi, ist ein Kaninchen-Rauhaardackel und sechs Jahre alt. Sie ist sehr klein und wiegt nur 3,4 Kilo. Man sagt ja, das letzte Kind hat immer Fell. Das ist bei uns auch so. (lacht) Parmi ist ein vollwertiges Familienmitglied, Kind Nummer drei sozusagen. Sie gehört einfach dazu und wird auch genau so behandelt.

Welche drei Eigenschaften beschreiben Parmi am besten?

Sie ist intelligent, witzig, und viele sagen ja, Dackel sind stur. Das sind sie aber nicht. Sie wissen nur genau, was sie wollen, und können das deutlich sagen. Das ist bei ihr besonders ausgeprägt. Sie hat eine sehr gute Körpersprache, man versteht sie wirklich gut. Und sie ist einfach zuckersüß. Sie schafft es immer wieder, einen zum Lächeln zu bringen.

Wie ist sie in dein Leben gekommen?

Sie kam aus Russland zu einer Züchterin hier in der Nähe von Berlin und sollte eigentlich Nachwuchs bekommen. Die Züchterin hat dann gemerkt, sie ist zu klein zum Züchten. Dann sind wir hingefahren, haben sie kennengelernt und direkt mitgenommen. Das war Liebe auf den ersten Blick. Es hat einfach sofort gepasst.

Was macht sie für dich so besonders?

Das ist schwer in ein, zwei Sätzen zu sagen. Sie ist einfach ein Seelenhund. Obwohl sie ihren eigenen Charakter hat und kein klassischer Kuschelhund ist, ist sie unglaublich besonders. Sie hört super, ist sehr kooperativ und man kann sie überall mit hinnehmen. Klar, auch wegen ihrer Größe, aber auch vom Wesen her. Sie ist geduldig und macht alles toll mit, ohne dass man das Gefühl hat, sie ist gestresst. Unser Alltag ist durch sie bereichert.

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Wir stehen ganz normal auf und gehen arbeiten. Parmi bleibt vormittags auch mal allein und genießt ihre Ruhe. Das klappt sehr gut. Mittags bin ich wieder da und dann zeigt sie mir sofort: „So, Frauchen, jetzt warst du weg, ich war brav, aber jetzt wird gespielt“, und das am liebsten den ganzen Nachmittag mit dem Ball im Garten. Spazieren gehen wir natürlich auch. Der Nachmittag gehört Parmi. Überall, wo ich hingehe, ist sie mit dabei.

Parmi geht öfter aufs Laufband. Wie kam es dazu?
Das wurde von der Physiotherapeutin empfohlen. Dackel müssen ihre Muskulatur stärken, um Bandscheibenproblemen vorzubeugen. Das ist bei der Rasse einfach ein Thema. Wir haben ein Laufband zu Hause, also nutzen wir das gemeinsam. Mal geht Parmi rauf, mal ich. (lacht)

Wie hast du sie daran gewöhnt?

Sie ist sehr kooperativ und sie vertraut mir. Wenn ich sage, geh da drauf, dann macht sie das. Am Anfang habe ich sie begleitet, auch mit Leine, aber das ging wirklich schnell. Alles, was Sinn macht und was ich wirklich möchte, macht sie mit. Das ist bei ihr einfach so. Wir haben da einen guten Draht zueinander.

Mit welcher Geschwindigkeit läuft sie?

Mit 1,5 Kilometern pro Stunde. Zwei habe ich mal ausprobiert, das klappt aber nicht. Draußen läuft sie etwas schneller, aber auf dem Band passt das so für sie.

Wie oft und wie lange trainiert Parmi?

Zwischen zehn und 20 Minuten, etwa zweimal die Woche. Im Sommer eher weniger, da sind wir viel draußen unterwegs. Aber Parmi hat eine Winterallergie (lacht) und mag keine Kälte. Deshalb kommt das Laufband vor allem im Winter häufiger zum Einsatz.

Warum seid ihr eigentlich zur Physiotherapie gegangen?

Parmi hat plötzlich angefangen zu hopsen, hinten rechts. Das wollte ich abklären lassen. Dabei haben wir gemerkt, dass sie im Rückenbereich manchmal verspannt ist. So sind wir zur Physiotherapie gekommen und auch dort geblieben. Es ist einfach sinnvoll, da früh vorzubeugen.

Ihr nutzt auch ein spezielles Massagegerät für Parmi. Warum?

Das habe ich mir ausgedacht, weil sie sich nicht so gern mit den Händen massieren lässt, es aber wichtig für die Durchblutung ist. Mit dem Gerät lässt sie es zu und genießt es auch. Das ist ein guter Kompromiss für uns beide.

Was hast du von Parmi gelernt?

Geduld und Ruhe. Nicht alles muss sofort funktionieren. Wir gehen gemeinsam langsamer durchs Leben. Das hat sich wirklich verändert. Außerdem hatte ich früher Angst vor großen Hunden. Dank Parmi kann ich Hunde heute viel besser lesen und habe keine Angst mehr vor ihnen. Das hat sie mir wirklich beigebracht.

Achtest du bei ihrer Ernährung auf etwas Bestimmtes?

Ja, auf jeden Fall. Hochwertiges Futter und eine möglichst konstante Ernährung sind uns wichtig. Parmi bekommt seit vier Jahren die gleiche Marke. Aktuell müssen wir etwas umstellen, da sie mit Sodbrennen und Bauchschmerzen zu kämpfen hat. Wir testen gerade, was sie am besten verträgt. Dazu kommen Nahrungsergänzungen für Gelenke und Darm. Gesundheit ist für mich ganzheitlich wichtig, auch durch meinen Beruf als Hebamme. Und das hört bei Parmi natürlich nicht auf.

Du teilst unter @parma.voll.verdackelt euren Alltag auf Instagram. Wie kam es dazu?

Ich hatte vorher gar nichts mit Instagram zu tun. Mein Sohn meinte dann vor Jahren: „Mama, Parmi ist so süß, das müssen wir mit der Welt teilen.“ Also hat er mir einen Account eingerichtet. Ich habe mich reingefuchst und es lief gut an. Der Fokus war immer Parmi. Seit sie „spricht“, ist es noch mal deutlich gewachsen, vor allem im deutschsprachigen Raum.

Was möchtest du damit erreichen?

Einfach Spaß. Die Menschen, die uns folgen, sollen kurz den oft schwierigen Alltag vergessen können und lächeln. Das erleben wir auch draußen. Viele Menschen freuen sich einfach, wenn sie Parmi sehen. Genau das möchte ich auch online erreichen. Einfach diesen kleinen Moment, in dem man kurz lächelt.

Was wünschst du dir für eure Zukunft?

Dass Parmi ganz lange gesund bei uns bleibt. Am besten 20 Jahre oder mehr. Dafür tue ich alles, was ich kann.

Das Interview führte Emma Howe.

 

 

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