Von außen zeigt sich das 5-Sterne-Spa-Hotel Jagdhof in Neustift im Stubaital als klassisches Tiroler Haus: Holz, Stein, Geranien an den Balkonen. Doch wer die Tür öffnet, merkt sofort: Hier ist mehr als Gastlichkeit. Die Gastgeberfamilie Pfurtscheller führt ein Haus, das Luxus neu definiert – leise, bodenständig und mit Gespür fürs Wesentliche.

Christina und Armin Pfurtscheller
Inhaber des 5-Sterne-Spa-Hotels Jagdhof im Stubaital
„Unsere Gäste sollen ankommen und sofort loslassen“, sagt Armin Pfurtscheller, der das Relais & Châteaux Hotel gemeinsam mit seiner Frau Christina und seinem Sohn Alban leitet. In der Lobby duftet es nach Zirbenholz, die Flammen im Kamin tanzen ruhig, große Fenster öffnen den Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Stubaitals. „Wir wollen keine perfekte Inszenierung, sondern ehrliche Erholung. Ein Gefühl von zu Hause, nur leichter.“ Christina ergänzt: „Viele suchen heute nicht mehr das große Spektakel, sondern Stille. Der Wechsel zwischen draußen und drinnen ist Teil unseres Konzepts. Die Berge gehören zum Haus, und das Haus gehört zur Landschaft.“
Der Jagdhof wurde in den 1970er-Jahren von Armins Eltern gegründet. Was als kleiner Gasthof begann, ist über Jahrzehnte gewachsen, ohne seine Wurzeln zu verlieren. „Wir führen das Hotel in zweiter Generation, aber wir sehen uns nicht als Verwalter eines Erbes“, sagt Armin. „Wir wollen, dass das Haus weiterlebt, im Hier und Jetzt, mit den Werten von früher, aber dem Bewusstsein von heute.“ Heute ist der Jagdhof eines der führenden Häuser Tirols. Fünf Sterne, Relais & Châteaux, 3.000 Quadratmeter Spa, großzügige Suiten und ein Michelin-Stern für seine Hubertusstube. Doch der wahre Luxus liegt hier nicht im Überfluss, sondern in der Ruhe. „Luxus ist Zeit, Stille, Aufmerksamkeit“, sagt Armin. „Viele Gäste wünschen sich weniger Ablenkung und mehr Echtheit. Sie wollen spüren, wo sie sind und warum sie hier sind.“ Christina führt durch den Spa-Bereich. Holz, Stein, Wasser, Licht. Kein Prunk, keine Effekte. „Wir wollten Räume schaffen, die wirken, ohne zu beeindrucken“, sagt sie. „Man soll hier nicht vergessen, wo man ist, sondern sich verbunden fühlen, mit sich selbst und mit der Natur.“
Natur als Kraftquelle
Diese Verbindung prägt das gesamte Haus. Vom großen Panoramapool blickt man auf die Berge, die das Tal umschließen. Die Architektur öffnet sich bewusst nach außen. „Wir haben gelernt, dass Luxus nicht durch Abschottung entsteht, sondern durch Offenheit“, sagt Armin. „Unsere Gäste sollen den Blick schweifen lassen, Luft holen, durchatmen.“
Rund um das Haus bietet das Stubaital unzählige Möglichkeiten, die Landschaft zu erleben. Wanderwege führen über Almen, entlang klarer Bergbäche und hinauf zu Aussichtspunkten mit Blick auf den Gletscher. Im Sommer zieht es viele zum Wandern, Mountainbiken oder Klettern in die umliegenden Berge. Im Winter verwandelt sich das Tal in ein Paradies für Skifahrer, Langläufer und Tourengeher. „Die Natur hier ist kein Hintergrundbild. Sie ist Teil des Erlebnisses“, sagt Christina.
Räume, die Geschichten erzählen
Auch in den Zimmern und Suiten zeigt sich dieser Gedanke. Der Stil ist alpin, aber modern interpretiert: warme Hölzer, natürliche Stoffe, große Fenster, die den Blick in die Natur lenken. Jedes Zimmer wirkt individuell, kein Raum gleicht dem anderen. Die Möbel sind handgefertigt, viele aus heimischem Holz. „Wir wollten Räume schaffen, die Geborgenheit geben, aber offen bleiben“, erklärt Christina. Ein Beispiel dafür ist die Jagdhof-Suite mit 104 Quadratmetern Tiroler Handwerkskunst, mit Stube, Kachelofen, Sauna und Südbalkon. Andere Suiten kombinieren Stein, Filz, Glas und Lärche zu klaren Linien, die Wärme ausstrahlen. Viele Details stammen von regionalen Handwerksbetrieben, die seit Jahrzehnten mit dem Haus verbunden sind. Nachhaltigkeit ist dabei kein Zusatz, sondern Teil des Konzepts. Das Haus bezieht Strom aus Wasserkraft, setzt auf regionale Materialien und kurze Lieferwege. „Wir leben mitten in den Bergen. Da hat man Verantwortung“, sagt Armin.
Kulinarik mit Haltung
Ein zentraler Teil des Jagdhof-Erlebnisses ist die Küche. In der Hubertusstube, dem Gourmetrestaurant des Jagdhofs, wird eine Linie verfolgt, die Tiroler Wurzeln mit internationaler Eleganz verbindet. Die Küche ist mehrfach ausgezeichnet mit einem Stern im Guide Michelin und vier Hauben im Gault & Millau. „Essen ist Verbindung“, sagt Juniorpatron Alban Pfurtscheller. „Zwischen Mensch und Landschaft, zwischen Tradition und Neugier.“ Die meisten Zutaten stammen von Bauern aus dem Stubaital und dem Inntal, Kräuter aus dem eigenen Garten, Wild aus der hoteleigenen Jagd und Fisch aus der Region. Das Küchenteam arbeitet eng mit Produzenten zusammen, die das Haus seit Jahrzehnten beliefern. „Wir wissen, woher alles kommt. Das schafft Vertrauen bei uns und bei den Gästen.“ Neben der Gourmetküche legt der Jagdhof auch im täglichen Menü Wert auf Authentizität. Tiroler Klassiker werden neu interpretiert. Kaspressknödel mit frischen Kräutern, Bergforelle mit Zitrone und Dill, Lamm vom Bauern aus dem Tal. „Wir möchten zeigen, dass Regionalität kein Verzicht ist, sondern ein Geschenk“, sagt Alban. „Wenn man gute Produkte hat, braucht man keine Effekte.“ Auch der Weinkeller ist ein Erlebnis für sich. Über 1.400 Positionen aus Österreich, Italien und Frankreich lagern dort. Der Weinkeller im Jagdhof gehört zu den besten in ganz Österreich. Armin erzählt: „Ein Glas Wein am Abend, dazu gutes Essen und ein Blick in die Berge, das ist für viele Gäste der Inbegriff von Erholung.“
Das Herz schlägt im Team
Die Philosophie des Hauses – klare Werte, ehrliche Qualität, bewusster Genuss – prägt nicht nur das Angebot, sondern auch die Menschen, die hier arbeiten. „Wir verstehen uns als große Familie“, sagt Christina. „Viele unserer Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten bei uns. Sie kennen die Gäste, wissen, was ihnen wichtig ist. Diese Vertrautheit kann man nicht trainieren, sie wächst.“ Armin ergänzt: „Ein Haus ist nur so gut wie die Menschen, die darin wirken. Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem jeder gern arbeitet. Denn wer sich wohlfühlt, gibt das weiter.“ Das zeigt sich in der Atmosphäre im ganzen Haus. Trotz der Größe und des hohen Standards herrscht eine spürbare Ruhe. Gäste werden mit Namen begrüßt, Kinder und Stammgäste mit Handschlag. „Wir leben Gastfreundschaft, weil wir sie wirklich meinen“, sagt Armin.
Verantwortung und Wandel
Auch ein Haus mit Geschichte muss sich ständig weiterentwickeln. Steigende Ansprüche, neue Gästetypen, wirtschaftliche Herausforderungen, all das fordert Haltung. „Man kann sich nicht auf Erfolgen ausruhen“, sagt Armin. „Wir mussten lernen, Dinge loszulassen. Nicht jeder Trend passt zu uns. Wir bleiben lieber echt als laut.“ Christina nickt. „Green Luxury ist für uns keine Strategie, sondern Überzeugung. Wir möchten zeigen, dass Nachhaltigkeit und Komfort sich nicht ausschließen. Der Gast soll spüren, dass hier bewusst gearbeitet wird, ohne Verzicht, aber mit Respekt.“ Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen. Der Jagdhof investiert in Energieeffizienz, vermeidet Plastik, arbeitet mit regionalen Partnern und unterstützt lokale Initiativen. Auch die Spa-Produkte stammen aus nachhaltiger Herstellung, viele auf Pflanzenbasis. „Luxus und Achtsamkeit gehören für uns zusammen“, sagt Christina. „Wer hier Urlaub macht, soll sich erholen, aber auch mit gutem Gefühl abreisen.“
Zwischen Ankommen und Loslassen
Die Gäste des Jagdhofs suchen Ruhe, Natur und das Gefühl, Teil von etwas Echtem zu sein. Viele kommen seit Jahrzehnten, manche bereits in zweiter Generation. „Wenn jemand sagt, er fühlt sich hier wie zu Hause, ist das das schönste Kompliment“, sagt Christina. Am Abend, wenn das Licht über den Bergen weicher wird, liegt der Jagdhof still da. Man hört das Rauschen des Bachs, leises Lachen von der Terrasse, den Klang von Gläsern. Drinnen flackert das Kaminfeuer, draußen leuchten die Sterne. „Wenn jemand nach dem Aufenthalt sagt: ,Ich habe nicht nur Urlaub gemacht, ich habe mich wiedergefunden‘,, dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Armin. „Wir können keine Wunder versprechen. Aber wir können einen Raum schaffen, in dem Menschen sich selbst begegnen. Und das ist vielleicht das Wertvollste, was man heute geben kann.“
Der Artikel ist in Zusammenarbeit mit
dem Jagdhof entstanden.












