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Präzisionsmedizin – Fortschritte in der Behandlung von Blutkrebs

Opa mit Enkel
Moderne Therapieansätze haben die Behandlung von Blutkrebs in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Insbesondere Therapien, die zielgerichtet und zum Teil individuell auf den Einzelnen abgestimmt sind, eröffnen neue Möglichkeiten bei hämatologischen Erkrankungen wie beispielsweise dem Multiplen Myelom. Immer mehr Betroffene erhalten dadurch eine Chance auf ein längeres krankheitsfreies Leben.

Während früher meist alle Patienten nach demselben Behandlungsschema therapiert wurden, erlaubt es die moderne Forschung heute, auf individuelle Krankheitsmerkmale gezielt einzugehen. Für Betroffene bedeutet das eine zielgenaue Behandlung mit höheren Chancen auf Wirksamkeit, weniger Belastung durch Nebenwirkungen und letztendlich eine bessere Lebensqualität. Voraussetzung dafür ist die Wahl der richtigen Therapie zum richtigen Zeitpunkt – frühzeitig und passgenau abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Erkrankten. Eine entscheidende Rolle spielen dabei moderne Immuntherapien.

Das Multiple Myelom – komplexe Blutkrebserkrankung

Das Multiple Myelom ist die zweithäufigste hämatologische Krebserkrankung und wird in Deutschland bei etwa 6.500 Menschen jährlich neu festgestellt.1 Die Erkrankung betrifft die körpereigenen Plasmazellen, also eine Form der weißen Blutkörperchen. Plasmazellen kommen vor allem im Knochenmark vor und sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Bei einem Multiplen Myelom vermehren sich diese Zellen rasch und unkontrolliert. Dadurch verdrängen sie das funktionsfähige Knochenmark, produzieren funktionslose Antikörper und schädigen Organe wie Knochen oder Nieren. Die Symptome des Multiplen Myeloms sind vielfältig und reichen von Knochenschmerzen über Infektanfälligkeit bis hin zu Erschöpfungserscheinungen (siehe Infokasten).2

Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei etwa 72 Jahren und bei Frauen bei 74 Jahren. Insbesondere bei wiederkehrender oder behandlungsresistenter Erkrankung, dem sogenannten rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM), ist die Prognose bislang eher ungünstig.1 Genau hier setzt die Forschung rund um moderne präzisionsmedizinische Therapien an.

Moderne Immuntherapien – Hoffnung aus der eigenen Zelle

Die Therapie des Multiplen Myeloms hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch weiterentwickelt. Neben klassischen Chemotherapien stehen inzwischen moderne immunonkologische Behandlungsoptionen zur Verfügung, die das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen Krebs unterstützen sollen. Ziel ist es, Krebszellen möglichst vollständig zu vernichten und gleichzeitig das Rückfallrisiko zu senken. Dabei setzen diese modernen Therapien an unterschiedlichen Stellen des Immunsystems an und zeigen verschiedene Wirkweisen.

Zur Behandlung des Multiplen Myeloms sind dies beispielsweise sogenannte:

  • Bispezifische Antikörper, die zwei verschiedene Zielstrukturen erkennen und körpereigene Immunzellen direkt zum Tumor lenken
  • CAR-T-Zelltherapien, die patienteneigene  Immunzellen (T-Zellen) genetisch verändern, um Tumorzellen gezielt zu zerstören
  • Anti-CD38-Antikörper, die gegen eine spezifische Struktur auf Myelomzellen wirken und so den Krebs angreifen

Die Präzisionsmedizin bietet damit eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, aus denen individuell zugeschnittene Behandlungspläne für Myelombetroffene entstehen können.

CAR-T-Zelltherapie – was ist das eigentlich?

Zu den vielversprechenden Entwicklungen gehören CAR-T-Zelltherapien. Bei einer CAR-T-Zelltherapie werden Patienten körpereigene T-Zellen entnommen (Leukapherese) und im Labor mit einem sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet, also gentechnisch verändert. Dieser Rezeptor erkennt eine spezifische Zielstruktur auf der Oberfläche von Krebszellen. Beim Multiplen Myelom ist das meist das BCMA (B-cell maturation antigen). Die Herstellung der veränderten CAR-T-Zellen dauert in der Regel einige Wochen. Während dieser Zeit erhalten die Patienten eine Überbrückungstherapie zur Stabilisierung der Erkrankung. Bevor die veränderten T-Zellen dem Körper wieder zugeführt werden (CAR-T-Zellinfusion), erfolgt eine Chemotherapie zur Vorbereitung des Immunsystems. In einem letzten Schritt werden die veränderten CAR-T-Zellen den Erkrankten per Infusion wieder verabreicht. Nun können sie Myelomzellen gezielt erkennen und zerstören. Die Besonderheit: Die veränderten Zellen agieren wie ein biologisches „Trojanisches Pferd“ – sie schleusen sich in das Umfeld des Tumors ein und entfalten dort ihre Wirkung. Die Ergebnisse aus klinischen Studien zu dieser Behandlungsform sind beeindruckend. Oftmals kommt es zu einer deutlichen Abnahme der Tumoraktivität, die Erkrankung kann lange und anhaltend kontrolliert werden und in Einzelfällen zeigt sich sogar ein vollständiges Zurückdrängen des Myeloms. Mit dieser Behandlungsform steigen für einige Betroffene die Chancen, mit einer einmaligen Behandlung eine langfristige Krankheitskontrolle zu erzielen. Auch andere Immuntherapien wie bispezifische Antikörper gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ihre Anwendung kann beispielsweise auch bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen erfolgen, ist schnell verfügbar und kann teilweise ambulant durchgeführt werden. Daher werden sie oftmals bei Patienten eingesetzt, für die eine CAR-T-Zelltherapie zu belastend wäre oder die eine wohnortnahe Betreuung benötigen.

Ausblick: Präzisionsmedizin für jeden Einzelnen statt Standardtherapie

Bisher galt das Multiple Myelom als nicht heilbar, aber die Fortschritte der letzten Jahre sind vielversprechend. Patienten können oft über viele Jahre mit der Erkrankung leben, ohne dass sie fortschreitet oder behandelt werden muss. Dadurch steigt die Lebensqualität der Betroffenen deutlich. Das ist wichtig, denn der Therapieerfolg bemisst sich heute nicht nur an Überlebensraten, sondern auch an der Lebensqualität der Patienten. Moderne Therapien zielen darauf ab, mögliche Nebenwirkungen der Behandlung zu minimieren und die körperliche und psychische Belastbarkeit zu fördern. Zeitlich begrenzte Behandlungen wie die CAR-T-Zelltherapie ermöglichen es Patienten, teilweise längere therapie- und krankheitsfreie Phasen zu erleben.

Quellen: 1 Krebs in Deutschland für 2019/2020. 14. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.). Berlin, 2023; 2 „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Patientenleitlinie Multiples Myelom. 2022.


Mögliche erste Beschwerden beim Multiplen Myelom

Infografik: Mögliche erste Beschwerden beim Multiplen Myelom

Beim Multiplen Myelom handelt es sich um eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Dabei vermehren sich veränderte Plasmazellen und beeinträchtigen die normale Blutbildung und das Immunsystem. Die Erkrankung kann sich durch sehr unterschiedliche Symptome zeigen, zum Beispiel durch Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Knochenschmerzen oder Veränderungen der Nierenfunktion. Wichtig ist, dass Betroffene Beschwerden ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.

Klicken Sie hier für weitere Informationen zum Multiplen Myelom und zum Leben mit der Erkrankung.

 

Der Artikel wurde in Zusammenarbeit mit Johnson & Johnson umgesetzt.
EM-196047 – Janssen-Cilag GmbH

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